Späthsfelde verantwortungsvoll entwickeln

Berlin braucht Wohnungen. Auch Treptow-Köpenick wächst seit Jahren. Deshalb haben wir als Bezirk in vielen Bereichen Wohnungsbau ermöglicht, durch die Schaffung von Baurecht durch B-Bebauungspläne und durch viele Baugenehmigungen. Gleichzeitig gilt aber auch: Stadtentwicklung darf nicht gegen Natur, Klima und gewachsene Strukturen
ausgespielt werden. Gerade in einem Bezirk wie Treptow-Köpenick sind Freiräume, Grünflächen und ökologische Ausgleichsflächen keine Reserve, über die man beliebig verfügen kann. Sie sind eine zentrale Voraussetzung dafür, dass unsere Stadt auch in Zukunft lebenswert bleibt. Schon heute zeigt sich, wie knapp geeignete Flächen für den notwendigen ökologischen Ausgleich geworden sind. Das führt zu Nutzungskonflikten und schwächt im Ergebnis Biodiversität und grüne Infrastruktur.

Deshalb sehe ich die Planungen des Senats für ein neues Wohngebiet im Grünen Dreieck Späthsfelde kritisch. Späthsfelde ist kein beliebig bebaubarer Raum. Das Gebiet ist landschaftlich, ökologisch und stadtgeschichtlich von besonderer Bedeutung. Es ist geprägt durch die Späth’sche Baumschule, durch Kleingartenanlagen, durch Einfamilienhausstrukturen und durch wichtige ökologische Verbundräume.
Für mich ist klar: Die bestehenden Kleingartenanlagen und Biotopstrukturen sollten erhalten werden. Sie erfüllen wichtige Funktionen für das Stadtklima, für die Artenvielfalt und für die Lebensqualität vor Ort. Auch die Flächen der Späth’schen Baumschule haben eine besondere Bedeutung, denn sie können einen wichtigen Beitrag leisten, um dringend benötigte Ausgleichsflächen in Berlin zu sichern, statt sie zunehmend außerhalb der Stadt nachweisen zu müssen.

Zugleich braucht der Bereich eine Entwicklung mit Augenmaß. Dazu gehört für mich auch, die Potenziale für eine gewerbliche Nutzung entlang der Autobahn sinnvoll zu prüfen, insbesondere im Einklang mit dem Wirtschaftsflächenkonzept des Bezirks. Stadtentwicklung muss an diesem Standort die besonderen Bedingungen des Ortes ernst nehmen und darf nicht allein vom Wohnungsbau her gedacht werden.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Verkehrssituation. Schon heute ist der Bereich stark belastet. Eine zusätzliche Entwicklung kann nur dann verantwortbar sein, wenn es ein tragfähiges und zukunftsfähiges Mobilitätskonzept gibt. Neue Planungen dürfen bestehende Probleme nicht verschärfen, sondern müssen zu einer echten Verbesserung für die Menschen vor Ort führen.

Ebenso wichtig ist mir der Schutz identitätsstiftender Orte. Die Späth’sche Baumschule ist ein historisch bedeutender Ort für den Bezirk und für ganz Berlin und ist zu erhalten.

Ich stehe für eine integrierte Stadtentwicklung, die Wohnungsbau ermöglicht, aber ökologische Grenzen respektiert, gewachsene Nachbarschaften ernst nimmt und langfristig tragfähige Lösungen sucht – im Sinne der sozialen, verkehrlichen und grünen Infrastruktur. Für Späthsfelde heißt das: keine Entwicklung um jeden Preis, sondern eine Planung, die Natur, Klima, Mobilität und bestehende Nutzungen wirklich
mitdenkt.

Hier finden Sie auch eine Pressemitteilung des Kreisverbands Bündnis 90/Die Grünen Treptow-Köpenick zum Erhalt des Stadtgrüns in Späthsfelde.

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